Was ist Kommunikation?

Damit Botschaften ankommen

Wir denken mit!

Und was ist politische Beratung?

Warum PR plus Politik?

Einfluß-PR: Menschenlobbying

Den Leuten aufs Maul schauen!

Bonn - Berlin

Das Team

Das Atelier

Referenzen

 

Pardon!

Sie finden hier einzelne Passagen mit akademischem Unterton. Sie sind auf Leser gemünzt, die sich Punkt für Komma vergewissern wollen, daß wir nicht pottern (Branchenjargon für Klappern, das zum Handwerk gehört). Im Prinzip ist uns der Unterschied zwischen Werbebroschüre und Seminararbeit schon klar.

 

Was ist Kommunikation?

Verständigung. Sie fängt immer damit an, daß jemand verstanden werden will. Eine Tasse Kaffee, bitte - wer das sagt, will keinen Tee, legt daher Wert darauf, will, daß der Kellner weiß, was er meint. Dessen Antwort Ja gern besagt, daß er, aus seiner Sicht, verstanden hat. Er hat keine Nachfragen, und das genügt bis auf weiteres, um den Gast von Erläuterungen absehen zu lassen. - Keine Kommunikation ohne verstanden werden wollen. Und keine ohne tatsächlich verstanden werden. Bringt der Kellner Tee, hat es einen beiderseitigen Kommunikationsversuch gegeben, aber keine Kommunikation. Sonst wären Mißverständnisse eine besondere Art von Verständigung.

Wissen, was gemeint ist, heißt verstehen. Verstanden werden wollen, tatsächlich verstanden werden und wissen, daß man verstanden worden ist - das sind die drei Grundelemente von Kommunikation. So daß kein Satz über Kommunikation falscher sein kann als der berühmteste: Man kann nicht nicht kommunizieren.

Werbung und PR haben das eine Grundproblem: Sie müssen ohne jedes Ja gern auskommen - ohne Rückmeldung von Angesprochenen. Wie kann man da noch wissen, ob man verstanden worden ist?

Wird Ihre Agentur wirklich damit fertig? Gut, dann haben Sie Glück gehabt.

 

Damit Botschaften ankommen

    · Keine Chance den Drogen! · Der Euro - ein Bilderbuch-Steilpaß in die Zukunft! ·

· Wir kommen sofort auf den Punkt! ·

      Weil aber kaum eine Agentur wirklich damit fertig wird, war es also gerade kein Zufall, daß Wir denken mit! noch frei war. Eine süddeutsche Bank hat unseren Claim auf der Zunge gehabt, ihn dann aber doch nicht auf die Reihe gebracht. Mitdenken - Fa. Sowieso! heißt gerade nicht, daß Sowieso mitdenkt. Sondern ist die Aufforderung ans Publikum, mitzudenken und daher Sowieso-Kunde zu werden.

      Daß jemand etwas anderes sagt als er sagen will, ist alltagsüblich. So mancher Mitmensch macht sich gar nicht erst die Mühe, einigermaßen nachzuhalten, ob er auch wirklich sagt, was er meint. Das mutet dann häufig anderen die Mühe zu, das Gerede zu diskontieren und das Gemeinte aus dem Zusammenhang zu erschließen. Prekäre Diskrepanzen fallen im Gespräch von Angesicht zu Angesicht meist auf. Dann nämlich, wenn der Angesprochene wider Erwarten nicht das Gemeinte, sondern das Gesagte beantwortet. Also z.B. erwidert: Kein Interesse (Ich werde kein Sowieso-Kunde). Das signalisiert - unbeabsichtigt - dem Sprecher, daß er nicht verstanden worden ist: Wieso sagt er, daß er kein Kunde wird? Das hatten wir doch (noch) gar nicht gemeint!

      Und daß Wir denken mit! noch frei war, beruht auf dem Standardfehler aller Einbahn-Kommunikation, die nun einmal ohne Rückmeldung auskommen muß: Vor Feierabend reden die Agenturen ebenso lax wie danach, Gegensignale aber bleiben, anders als nach Feierabend, aus - und die Botschaft strandet als Fehlanzeige, wird aber, wenn wieder mal kein Mensch mitdenkt, ohne Ende neu aufgelegt.

      Aber funktioniert nicht auch in diesem Fall jener stillschweigende kontinuierliche Verbesserungsprozeß, kraft dessen der Adressat das Gerede diskontiert und das Gemeinte erschließt? Zweifellos - sehr oft funktioniert er auch hier. Nur verpufft dann die Botschaft wie ein erklärungsbedürftiger Witz. Ist der Adressat erst bei So also war das gemeint gelandet, reagiert er schon nicht mehr als Adressat, sondern eher als Deutschlehrer, der mit Rotstift Ausdruck! an den Rand kritzelt. Interpretationsbedarf zerstört die Botschaft. Genau wie Witze stehen und fallen Werbung und PR damit, daß die Pointe sitzt.

      Für PR kommt ein weiteres Problem hinzu. Wer fremde Menschen anspricht, braucht ein Entree. Wie spät ist es? klingt unter Fremden leicht flegelhaft, Entschuldigung, wie spät ist es? dagegen korrekt. Es gibt nur zwei Sorten von Fremdkommunikation ohne Rechtfertigungsbedarf: Notfälle und - Werbung. Hilfsbereitschaft im Ernstfall sowie Marktgeschrei und Produktneugier gehören zur Menschennatur.

      Darum braucht sich Werbung ums Entree nicht groß zu kümmern. Was sie von ihm will, weiß jeder im voraus - Geld. Ist doch ehrlich, oder? Sicher, immer mehr Mitmenschen versehen ihre Briefkästen mit dem Aufkleber Bitte keine Werbung! Aber bei irgendeiner Art von Prospekten - Computer? Schlafzimmer? Autos? - werden auch sie schwach. Und jede Produktwerbung wird von jeweils bestimmten Leuten gründlicher gewürdigt als jeder Spiegel-Artikel von 98 % seiner Leser!

      Wie jeder Billige Jakob bei Schönwetter meist ein hochverehrtes Publikum um seine Bude scharen kann, so finden auch die modernen Werbemittel meist genug Leute, die sich auf den Appell an ihren Geldbeutel erst einmal einlassen. In der von Kindesbeinen an bestätigten Erwartung, daß ihnen auf unterhaltsame Weise etwas angeboten wird, was sie möglicherweise sogar haben wollen.

      PR hat demgegenüber drei Macken:

  • Ihr Motiv ist zweifelhaft - Was wollen denn die von mir?

  • Sie hat es schwer, unterhaltsam zu sein

  • Sie hat meist nichts zu bieten, was Menschen möglicherweise sogar haben wollen.

      Diese Liebestöter hat die Branche kaum als Problem im Blick, nimmt sie wenigstens nicht systematisch ernst. Als ob PR nichts als Werbung ohne Verkaufsziel wäre. Jeder Straßenbettler hat ein besseres kommunikatives Konzept.

      Die Lösung: PR wie politische Kommunikation anlegen. Diese wirbt nicht, wie Werbung, um Käufer, sondern um Zustimmung, ist also PR - ohne jedoch mit deren Handicaps belastet zu sein. Weiß sie doch, zumindest in den USA, beste Unterhaltung zu liefern, und ein klares Motiv hat sie auch vorzuweisen: will Parteinahme anstoßen. Und damit hat sie nun zwar auch nichts zu bieten, was Menschen haben wollen, dafür aber fast eher mehr - lädt sie doch dazu ein, zu tun, was Menschen nun einmal liegt: Partei nehmen.

      PR-Botschaften, welche die Heimvorteile politischer Kommunikation zu nutzen verstehen, kommen an. Weshalb genau, sagen wir im nächsten Abschnitt. Zur Einstimmung hier noch ein Klassiker als Exempel: Keine Experimente! Das war 1957 der Adenauer-Spruch, der für mehr als die Hälfte der Wählerstimmen gut war. Wieso?

      Zu allererst natürlich und entscheidend: der Spruch hat die Grundstimmung jener besseren Wählerhälfte getroffen, lag also richtig. Und dafür mit seiner laufenden Arbeit zu sorgen, hat keine Agentur dem Mann im Palais Schaumburg abnehmen können. Aber dies Grundgefühl, das der Alte richtig lag, war in den Impuls umzusetzen, es nun aber auch an der Urne bekunden, betätigen zu wollen. Das leistet der Spruch, indem er den anderen, welche er keiner Erwähnung würdigt, das Stigma aufprägt: Die setzen alles aufs Spiel. Wer, der jenes Grundgefühl teilt, wird da nicht Partei nehmen wollen?

      Aber war das denn nun auch unterhaltsam? Nein, damals war das wohl schon ernst.

       

Wir denken mit

Mitdenken heißt: stumme Fragen beantworten.

Haben Sie die Sage von dem jungen Mann gehört, der nur besorgt nach dem Leiden seines Gastgebers hätte fragen müssen, um es auch schon geheilt zu haben? Es gibt Fragen, gute Fragen, die helfen. Aber es gibt auch gute Fragen, auf die gar keiner erst kommt. So daß keiner auch nur merkt, daß eine gute Antwort helfen würde. So fiel Ende 1996 den Arbeitgeberverbänden die Frage gar nicht erst ein: Was bedeutet für Arbeitnehmer, egal ob organisiert oder nicht, eine Kürzung der Lohnfortzahlung? Und frei nach Sledge Hammer - Vertrauen wir uns! wir werden ja wohl wissen, was wir vertun! - haben sie sich in eine im vorhinein verlorene Schlacht gestürzt.

Zur Erinnerung: Fassungslos haben Politik wie Arbeitgeberverbände das Gesetz zur Kürzung der Lohnfortzahlung (LFZ) von Gewerkschaften wie Arbeitnehmern sich um die Ohren schlagen lassen müssen. Nichts Geistreicheres war den Verbandschefs eingefallen, als die Unternehmen zur Eins-zu-Eins-Umsetzung pünktlich zum Oktoberanfang anzustiften, mit dem das Gesetz in Kraft trat. In unseren Politischen Notizen hätten sie ein gutes Vierteljahr vorher (Ende Mai) lesen können:

Die Reform … erweist sich als totgeborenes Kind. Wegen der Terminlage (Tarifrunde) hätte der Öffentliche Dienst den ersten Schritt in die Kürzung tun müssen. Innenminister Manfred Kanther hat einen ernsthaften Versuch in diese Richtung gar nicht erst unternommen, sondern sich schon bei Vorlage seines ersten Verhandlungsangebots mit der Forderung einer Sonderkündigungsklausel für die LFZ begnügt. Der Schwarze Peter geht also an die privaten Arbeitgeber: sie sollen insoweit die Kastanien aus dem Feuer holen …

Aber die privaten Arbeitgeber sind damit ebenso überfordert wie der Minister. Unmittelbar nach Vorlage des Sparpakets hatte es schon der Mischbetrieb Deutsche Bundesbahn weit von sich gewiesen, die LFZ zu schmälern. Die wirklich privaten Arbeitgeber werden ihm der Reihe nach folgen. Soweit ihnen das nicht jetzt schon klar ist, werden sie in den Betrieben zunehmend zu spüren bekommen, daß die Gewerkschaften in dieser Frage tatsächlich die Auffassung der Arbeitnehmerschaft vertreten.

Diese ist im übrigen auch nachvollziehbar. Zuverlässige Arbeitnehmer pflegen die Blauen Mon- und Freitage etc. als betriebliches (und kollegiales) Problem durchaus zu sehen. Aber warum sollten sie eine Lösung auf Kosten ihres Versicherungsschutzes hinnehmen wollen?

Weiterzukommen ist hier nur mit individuellen Lösungen …

Den Konzern- und Verbandsspitzen haben wir am 30. September 1996, am Tag X minus Eins sozusagen, unter der Überschrift Verbandsflucht aus der Flächenverantwortung ins Führungszeugnis geschrieben:

Sofort nach dem mißglückten Gesetz … hätten sie die Bosse der anderen Seite anklingeln müssen: Natürlich setzen wir das nur gemeinsam um.

Sie aber wollten lieber erst einmal die Unternehmen Lehrgeld zahlen, Hunderte von Millionen protestbedingt in den Sand setzen lassen, ehe sie in höchster Not endlich doch noch auf die gemeinsame Umsetzung kamen. Auf Grundlage des Gesetzes wurde dann, im großen und ganzen wie von P-Connex vorgerechnet, nur in Einzelfällen abgeschlossen. Immerhin mußte die Arbeitnehmerseite dafür Konzessionen an anderer Stelle machen. Nur wären diese eben, und zwar ohne Protestkosten bis an die Milliardengrenze, schon im Oktober zu haben gewesen und zu diesem Zeitpunkt, vor der blindlings provozierten Mobilisierung der Belegschaften, eher günstiger ausgefallen.

Die Moral von der Geschicht: Wer, ob Flächentarifler oder nicht, Gewerkschaften ausbremsen will, muß mitdenken. Mit seinen Arbeitnehmern, mit den Leuten.

 

Und was ist politische Beratung?

Unternehmensberatung ist in Deutschland etabliert, und Politikberatung auch. Diese ist im wesentlichen das Geschäft der Referenten oder Büroleiter in Parteizentralen und Ministerien, bei Bundestagsfraktionen oder Verbänden. Und ist nicht politische Beratung, nicht political consulting im US-amerikanischen Sinn, das dort seit zehn, zwanzig Jahren von der Politik in die Wirtschaft wandert.

Also auch wenn sie ihre Leute haben, brauchen Politiker fallweise politische Beratung. Etwa so, wie Unternehmer, die ja nun auch ihre Leute haben, gelegentlich Unternehmensberater brauchen. Mit denen sie aber auch wieder nicht in jedem Fall auskommen können. Denn wo immer es um Einfluß auf Menschen geht, sind Kommunikationsexperten am Platz. Unternehmer wie Politiker brauchen dann sorgfältig durchgerechnete Strategien, in deren Entwurf keine Betriebsblindheit eingegangen ist, keine kollegiale Unkollegialität und kein Karriereplan. Für solche Lösungen stehen wir - als Spezialisten für Kommunikationsprobleme Dritter.

Zum Beispiel: Strom, Chemie und Öl stehen mit dem Rücken zur Wand. Gegen eine von der Umweltschutz-Lobby im katastrophenlüsternen Medienverbund aufgebaute politisch korrekte Meinungsfront. Sie begegnen diesem Druck mit Imagepflege - mit PR-Auslobungen ihrer jeweiligen Beiträge zur CO2-Reduktion, Hochglanzanzeigen zum biologischen Pflanzenschutz usf. Und sie suchen den Dialog mit einer Gegenseite, für die Immunität gegen Argumente buchstäblich Existenzbedingung ist. Auf endlosen Seminar- und Podiumsdiskussionen tauschen mithin immer dieselben Talking Heads - hinterm Vorhang haben sie alle längst Brüderschaft getrunken - immer dieselben Drehbuchstatements aus.

Ob Imagepflege oder Dialogzirkus - beidemal überläßt das Opfer die Meinungsführerschaft schon im Ansatz dem Täter. Spielt dessen Spiel und will nur bessere Zensuren von ihm. Und dabei ist die Täterseite, ist die Umweltschutz-Lobby im letzten Jahrzehnt im seriösen fachlichen Diskurs längst ins Hintertreffen geraten. Die breitere Öffentlichkeit konnte das allerdings kaum wahrnehmen, weil die Medien es - nicht einmal aus Bosheit, einfach eben schon deshalb, weil anstehende Katastrophen bessere Schlagzeilen als Richtigstellungen liefern - systematisch verschweigen.

Die richtige Strategie macht der Täterseite die Meinungsführerschaft streitig. Etwa so: Die Opfer tun sich zusammen. Sparen die Gelder für Dialogzirkus und andere Demutsgebärden, um statt dessen z.B. einen Kongreß unter dem Motto

Die ökologische Wahrheit sagen! zu veranstalten Die Formel ist strategisch genau placiert: Sie

  • konfisziert einen Standardslogan der Gegenseite
  • signalisiert Streitbereitschaft, also Selbstbewußtsein
  • beansprucht Wahrheit für die eigene Seite, bekundet damit den Willen zur Meinungsführerschaft

Schon vor den Inhalten verschaffen diese Komponenten dem Vorgang Medienformat. Endlich haben die Medien ihren Mann beißt Hund-Aufmacher - mit dem richtigen Mann und dem richtigen Hund. Die Ausführung setzt diese Zielwerte inhaltlich um. Die Experten der anderen Seite können ja kommen und ihre Katastrophenszenarien gegen die neuen Gegenexperten verteidigen. Diese Anordnung trägt dann die folgende Botschaft: Die These z.B. vom Klimakiller CO2 ist nicht das, als was sie in Politik und Medien ausnahmslos gehandelt wird - keine erweisliche, keine erwiesene Tatsache. Sondern allerhöchstens Meinung einer Expertengruppe, der jedenfalls andere Expertenmeinungen entgegenstehen. Nicht wer in wessen Augen welche Pro- und Kontra-Debatte gewinnt, ist operativ ausschlaggebend. Sondern die bloße öffentlichkeitswirksame Rückstufung eines Rattenschwanzes solcher lancierten Scheintatsachen - vom Waldsterben über CO2 bis zur Spermatozoen-Lethargie - zur bloßen Behauptung ist schon der Durchbruch. Ist der erste Schritt zur Wiederherstellung der natürlichen Meinungsvielfalt bei Umweltthemen.

Weitere Schritte: Ein branchenübergreifendes Anzeigenformat Die ökologische Wahrheit sagen! Inhaltlich muß diese PR-Kampagne nicht einmal unbedingt in jedem Fall Kontra geben. Ein weiterer Geländegewinn ist schon sichergestellt, wenn die Opferbranchen nur ihren Anspruch auf im Recht sein flächendeckend etablieren.

Der nächste Schritt: Sponsoring von Seminaren für Öko-Wahrheits-Journalisten, mit jährlichen Awards für die besten Veröffentlichungen - ohne jede Bewertung der Tendenz. Bei konsequent professioneller Anlage kann man das Zertifikat dieser Journalistenschule binnen eines Jahrfünfts als Ausweis umweltjournalistischer Spitzenkompetenz etablieren.

Also: Das Feld der Auseinandersetzung selbst bestimmen, einen medienwirksamen Einstieg inszenieren, um sodann Punkt für Punkt systematisch nachzusetzen. Dabei

  • klare Linie zeigen,
  • immer auf dem Laufenden sein,
  • Operative Fantasie ausspielen, Stich für Stich.

Warum PR plus Politik?

Wer, ob er nun PR nur verkauft oder gar selber kauft, kennt nicht das dumme Gefühl: Die Etats sind alle in den Sand geschrieben. Ein Grund liegt auf der Hand: Aufmerksamkeit ist ein sehr knappes Gut, und was hat PR seinen Besitzern dafür schon zu bieten? Krisen-PR hat es damit noch am leichtesten: Hat Ihnen jemand, sagen wir Green­peace, die Schelle, sagen wir eine Bohrplattform, schon an den Hals gehängt, ist Aufmerksamkeit für Ihre Goodwilltour im Vorhinein reichlich vorhanden. (Wobei gerade in diesem Sonderfall gilt: Mut spricht an, Demut befremdet, und auf einen groben Klotz gehört immer noch ein wohlausgewogener grober Keil. Die Greenpeacemasche hatten sie eben gerade nicht verstanden.)

Ist aber einem Unternehmen sein Erscheinungsbild auch ohne Not Geld wert, will dies angesichts der nun einmal verschwommenen Kosten-Nutzen-Beziehung besonders bedächtig angelegt sein. Denn das typisch gutgemeinte Öffentlichkeitsbearbeitungsprojekt betrifft sein Publikum erst gar nicht. Wo niemand sich angesprochen fühlt, kann keine Botschaft ankommen.

Nun kann aber PR von gekonnter politischer Kommunikation lernen, wie die Anmutung, gemeint, ja gefordert zu sein, wie also Betroffenheit aufzubauen ist. Betroffen fühlen sich Menschen nämlich keineswegs erst, wo es so oder so um ihr tatsächliches Wohlergehen geht, sie also ganz von selbst Partei sind. Sondern vor allem auch schon überall, wo ihnen nach Parteinahme für andere zumute ist. Nichts berührt den Fußballfan tiefer als Sieg oder Niederlage seiner Elf, wovon für sein tatsächliches Wohlergehen doch weiter nichts abhängt. Schon weitaus weniger hautnah betroffen fühlen sich die zur politischen Beteiligung aufgerufenen Wahlbürger (welche davon auszugehen pflegen, daß vom Wahlausgang für ihr tatsächliches Wohlergehen weiter nichts abhängt). Aber natürlich ist Politik das weite Feld der sich gegeneinander zu Parteien formierenden Lager. Ohne Lagerdenken geht kein Mensch zur Wahl.

Und nun das Breitenpublikum im Visier der ÖA. Vom Erscheinungsbild des Unternehmens mit der Hochglanz-PR hängt - bei der Produktwerbung desselben Unternehmens liegt das (wie gesagt) ganz anders - für keines Lesers, Sehers oder Hörers tatsächliches Wohlergehen etwas ab. Wie also und wovon soll dies Publikum sich denn nun gemeint, gefordert, betroffen fühlen können?

So wie Fußballfans und eben Wahlbürger - als Partei. Darum muß PR Zähne zeigen. Nicht bloß sich selber präsentieren, sondern die Gegenseite hineinziehen, mithin das Publikum am Parteilichkeitsimpuls fassen: das ist PR mit Biß. Keine Sorge - mit Benetton-Rezepten kommen wir Ihnen gerade nicht. Das nicht allein unanständige, sondern technisch verfehlte Motto Aufmerksamkeit ist alles entstammt der Zirkus-PR des tiefen 19. Jhd. Am gesunden Menschenverstand kommt weder Werbung noch PR vorbei: Wo einer auf anstößige Weise Kontra gibt, nimmt das Publikum Anstoß, nimmt aber spontan für den Partei, der dies in der Sache zu Recht und auf honorige Weise tut. Richtigliegen ist also das Wichtigste, und wer richtig liegt, braucht niemanden vor den Kopf zu stoßen. Aber wer nun einmal in der Tat richtig liegt, ist denkbar schlecht beraten, wenn er damit hinter dem Berge hält und kleine Brötchen backt. Wenn dann noch hinzukommt, daß andere - Politik, Medien, Gewerkschaften, Umweltaktivisten - entsprechend falsch liegen, schlägt die Stunde unserer Biß-PR. Wer die Gegenseite - in der Sache richtig, in der Form gekonnt - öffentlich angeht, der kommt zu seinem Publikum.

Kosten-Nutzen-Optimierung heißt also für PR: Nicht auf routinierte Erscheinungspflege, sondern auf den das Publikum reizenden Anlaß abstellen und in dessen Rahmen das Unternehmen offensiv präsentieren.

 

Einfluß-PR: Menschenlobbying

Zu den neueren Instrumenten der politischen Kommunikation gehört in den USA der PR-Verbund mit den Menschen wie du und ich, dort grassroots lobbying genannt*Als alles noch von selber lief, bestand das Lobbygeschäft ja im Klinkenputzen bei Entscheidern. Gewiß wurden auch dabei meist in dieser oder jener Form Bürgerinteressen eingespielt. Wer z.B. im Namen von Branchen oder Unternehmen Standortqualität eingefordert hat, wird kaum versäumt haben, Arbeitsplatzrisiken und -chancen hervorzukehren. Und nach den Regeln der Kunst hatte als laienhaft zu gelten, wer die damit betroffenen Arbeitnehmerinteressen denen da oben nicht handgreiflich präsentiert hätte. Die hergebrachten Lösungen aber, Unterschriftslisten oder Postkartenaktionen, sind als Softieverfahren denn doch überholt. Und auch das bewährte Zusammenspiel von Geschäftsleitung und Betriebsrat, welcher pünktlich erboste Arbeitnehmerabordnungen z.B. das Podium von Parteitagen besetzen läßt, ist kein Universalelexier - wenn es z.B. Verbraucher aufzubieten gilt, hilft weder Ihnen noch uns irgendein Betriebsrat weiter.

Darum also Menschenlobbying. Den Mann, die Frau von der Straße, die Leute von nebenan ins Boot nehmen, welches damit nicht nur an Gewicht, sondern auch an Fahrt gewinnt. Der Lobbyist von gestern klopft in der Hauptstadt an, Sie im ganzen Land. Menschen haben Namen, Adresse, TK-Zugänge. So daß Sie - Infopost, Fax, Internet (!) – auf jeden einzeln zugehen und ihn, was allerdings gekonnt sein will, ins Bild setzen können: Ihre Sache ist auch die seine. Und Sie bereiten ihm die Leitungen auf - auch Gesetzesarbeiter haben ja ihre TK-Zugänge -, die seine/Ihre Position ins Regierungsviertel transportieren. Wie alle, denen es wie ihm ergeht, kann er sich nunmehr dort zur Geltung bringen. Damit klopfen also die lieben Leute für Sie in der Hauptstadt an. Über jede dieser Botschaften erhalten Sie Beleg und fügen diesen dem Bündel bei, das am Ende Sie auf den zuständigen Schreibtisch packen. Dessen Inhaber jetzt schon fast pflegeleicht ist, weil ihm zuvor in langer Reihe aufgetischt worden war, was Sie nun kompakt zum Thema seiner öffentlichen Bewertung in der Hand haben. Das kommunikative Dreieck ist abgezirkelt: Sie gehen zum Publikum, dieses zur Politik, bei der zuguterletzt auch Sie noch vorsprechen. Und außerdem haben Sie mit jeder einzelnen Reaktion aus dem Publikum einen Namen und Adressen-Satz mehr im Arsenal. Von Mal zu Mal können Sie Ihre PR zielsicherer ausrichten.

Das ist aber noch nicht alles. Menschen haben für Sie in der Hauptstadt angeklopft, also viel, viel mehr getan als eine Hochglanzanzeige nur, und sei es sogar aufmerksam, zu studieren. Damit können Sie ziemlich sicher sein, diese Menschen nachhaltig für sich eingenommen zu haben. Was einer tut, weil er gelesen hat, prägt ihn tiefer, als was er bloß liest. Und selbst, wenn Sie in der Hauptstadt nicht zum Ziel gekommen sein sollten – dieser Ertrag ist seinen Etat allemal wert.

Menschen nicht nur lesen, sondern handeln zu lassen, ist also der Königsweg der PR. Ob das auch ohne das Junktim mit dem Lobbying geht? Wir arbeiten daran.

P.S. Was der Shell-Konzern hätte tun sollen? Die Versenkung der Brent Spar war nicht nur ökologisch angezeigt, sondern auch vergleichsweise billig. Also gehörte das Angebot an Welt und Umwelt auf den Tisch: Der Differenzbetrag zum Preis der Demontage geht bei Versenkung in den Umweltschutz, bei Demontage aber in diese. Das hätte den Raum für eine sachliche Erörterung des ökologisch Gebotenen geschaffen.

 

Den Leuten aufs Maul schauen!

Was denkt das mehr oder weniger geneigte Publikum über Ihr Unternehmen, seine Produkte oder auch seine Stellung im öffentlichen Raum? Nein, Umfragen sollten Sie deswegen nun gerade nicht in Auftrag geben. Wieviel Prozent repräsentativ was meinen - wenn Sie das wissen wollen, zahlen Sie sehr viel gutes Geld für heiße Luft. Lassen Sie sich doch nichts vormachen: Von uns 80 Mio. Deutschen hat zu diesen Fragen gerade mal eine klitzekleine Minderheit - zu der z.B. aus naheliegenden Gründen Sie selber zwar ganz sicher zählen, vermutlich aber nicht einmal wir - tatsächlich sich eine Meinung gebildet. Und wenn nun das von Ihnen angeheuerte Frageinstitut seine Interviewkolonnen ausschwärmen läßt, belästigen diese ein- oder zweitausend genervte Zeitgenossen mit aberhundert Fragen - nur an die zwanzig, dreißig davon haben Sie gekauft -, zu denen diese, falls ihnen die an sich gebotene scheinbare Unhöflichkeit: Nein, die kleine Dreiviertelstunde Zeit für ein paar Fragen habe ich nicht! denn doch zu schwer fällt, die passenden Antworten erst einmal einfallen lassen müssen. Denn wer gefragt wird, was er nicht weiß, sucht im besten Fall nach der aus vermutlicher Sicht des ungebetenen Befragungsdrückers passenden Antwort, die also schon deshalb nicht die seine ist. Umfragen, wie repräsentativ auch immer, treiben pseudorepräsentative Gefälligkeitsantworten ein.

Nehmen sie also statt dessen drei, vier ganz und gar unrepräsentativ, dafür aber intelligent zusammengestellte Kleingruppen - zwölf, fünfzehn Leute -, stellen diesen Ihre Fragen, lassen sie untereinander über mögliche Antworten reden, anderthalb Stunden lang - und hören Sie gut, sehr gut, hören Sie methodisch zu. Aus Erfahrung können wir Ihnen versichern: Sie werden danach nicht nur tatsächlich klüger, sondern sich dessen auch sicher sein.

Es stimmt: Sie können solche Fokusgruppen selber auf die Beine stellen, die zugehörige Technik selber einüben. Und damit statt virtueller reale Information für ein Zehntel des Preises einkaufen. Falls Sie diese Mühe aber nicht auf sich nehmen wollen - heuern sie die Leute vom Bau! P-Connex kennt sich mit Fokusgruppen sowie ihrer Auswertung aus und ist für Sie da.

Bonn - Berlin Wir beobachten Berliner, weiterhin aber auch Bonner (TK-Branche!) Entwicklungen und bieten im Rahmen von Auftragsrecherchen Hintergrundwissen plus bester Analyse. Eingearbeitet sind wir bei den Themen Wirtschaftspolitik und Sozialstaat, Umwelt (CO2-Ideologie!), Gesundheitswesen, Telekommunikation und natürlich von Hause aus Wahlpolitik und Parteien. Außenpolitisch beachten wir besonders die Entwicklung im ost- und südostasiatischen Raum, vor allem auch im Islam. Und weil wir mitdenken, müssen wir uns nicht von Insidern impfen lassen, servieren wir keine journalistischen Klischees und lassen bei der Darstellung unserer Ergebnisse jede Fünf ungerade sein. Das Team P-Connex ist die Partnerschaft von Dr. Hermann Schulte-Vennbur und Dr. Wolfgang Kröpp. Die Anfangsgründe unseres Handwerkes haben wir beide in der Bonner CDU-Zentrale gelernt. Schulte-Vennbur Mitte der 80er Jahre sowie im Bundestagswahlkampf 1990, Kröpp 1989 und 1991. Zwischendurch war er freier Mitarbeiter im Bundeskanzleramt. Wie er als politischer Journalist arbeitet, zeigen unsere vierteljährlichen Politischen Notizen. Schulte-Vennbur hat Erfahrung in der Lobby- und Öffentlichkeitsarbeit für Unternehmen und Verbände. Das Atelier P-Connex bietet von sich aus keine Pappe an, ist aber grafisch doppelt gestützt. Mit unserem Lieblingsdesigner Holger Jörg - Nochmals danke für das Layout! - arbeiten wir ebenso gut zusammen wie mit der etablierten Aachener Agentur Bergmoser + Höller. Unsere Website hegt und pflegt lutzmedia, wie wir selber ein Ableger aus der CDU-Zentrale. Strategische Konzepte liefern wir also gerne auch visualisiert. Unabhängig davon gehört Gegenprüfung der werblichen Umsetzung eigener und fremder Ideen für uns zum PR-Controlling. Wir stehen für Feinabstimmung von werblichem und strategischen know-how.

 

Referenzen

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Gruner + Jahr Hamburg

Bankhaus Hermann Lampe Immobilien Bielefeld

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